Reisebericht

Anreise und Übernachtung im Zelt

Autor: Bernhard

Wir reisen mit dem Zug von Umeå über Boden nach Abisko Turiststation an. Hier ist eine Fjellstation, die einen Campingplatz und Betten hat. Wir beschließen hier einmal unser ausgeborgtes Zelt zu testen, damit wir im Ernstfall klar kommen und kontrollieren können, ob alles vollständig ist. Außerdem haben wir hier noch die Möglichkeit uns an einem warmen Platz aufzuwärmen, sollte es uns zu kalt werden. Wir bauen unser Zelt in einem Birkenwald, welcher Teil des Campingplatzes ist, auf und richten alles für die Nacht her. Mit dem Verschwinden der Sonne am Horizont wird es auf einmal richtig kalt und wir gehen uns ein leckeres Abendessen in der Fjellstation kochen. Hier treffen wir auch ein Salzburger Paar, das uns eine paar Tipps bezüglich für unsere Route gibt. Wir erfahren von der Snurrijåkkåtan, in der wir auch vorhaben zu übernachten. Beim Küchenfenster ist ein Thermometer angebracht und die Temperatur sinkt langsam auf -15°C.  Gegen halb 11 Uhr machen wir uns dann auf den Weg zum Zelt und ich sehe meine ersten Nordlichter. Die Freude dabei ist groß und man spürt die klirrende Kälte kaum.

Nun geht es aber ab in den Schlafsack, der zu Beginn noch richtig kuschelig warm ist. Doch es wird zunehmend kälter im Schlafsack und ich ziehe mir noch meine Primaloftjacke darunter an. Beim Schließen des Schlafsacks bemerke ich dann, dass der Reißverschluss kaputt ist. Er lässt sich nur noch mit sehr viel Spielerei schließen. Nun ist mir etwas wärmer, leider nicht für sehr lange. Die Nase ist kalt und mit dem Atem vereist der Schlafsack oder das Zelt, je nachdem wohin man gerade atmet.

Obwohl ich nicht sehr lange schlafe, von ca. 23 Uhr bis 6 Uhr morgens, kommt mir die Nacht wie eine Ewigkeit vor. Ich werde des öfteren munter und kann aufgrund der Kälte nicht richtig tief schlafen. Der Morgen beginnt dann mit einem Kampf aus dem Schlafsack rein ins kalte Gewand. Ich zittere am ganzen Körper  und laufe ein paar Runden um das Zelt. Doch so richtig warm wird mir trotzdem nicht. Die Freude ist groß bei dem Gedanken an einen warmen Platz oder gar an das Bett zuhause. Zum Glück können wir jetzt an einem warmen Platz frühstücken und uns aufwärmen.

Resümee: Zelten bei -15°C ist absolut kein Problem, wenn man einen Schlafsack hat der warm genug ist. Leider sind die angaben zum Komfortbereich eines Schlafsacks oft aus der Luft gegriffen und man erlebt eine kalte Nacht. Mein Schlafsack hatte eine Komfortzone von -18°C, aber ich würde ihn unter -5°C nicht mehr verwenden. Daraufhin haben wir beschlossen die nächsten Nächte in Hütten zu übernachten und nur mehr im Notfall zu Zelten.

Zeltplatz Abisko

Zeltplatz Abisko

Nordlichter mit Abendhimmel

Nordlichter mit Abendhimmel

Tag 1: Abisko-Snurrijåkkåtan (Alternative zu Abisko-Lappjordhytta)

Autor: Thomas

Da es unser erster Tag ist, starten wir gemütlich über den See. Die Entfernung von 10km bis zum anderen Ufer schaut viel kürzer aus. Man merkt aber, dass trotz kontinuierlichen Gehens sich das Ufer bei Abisko nur langsam entfernt und das entfernte Ufer nur kaum merkbar näher kommt. Auf der Mitte des Sees genießen wir das herrliche Panorama bei schönem Wetter und machen eine kurze Pause. Teilweise gehen wir entlang von Schneescooterspuren, der Schnee auf dem See war jedoch vom Wind verblasen und wir kommen überall problemlos voran. Nach einer Mittagspause am anderen Ufer folgen wir einer Abfahrtsspur hinauf zur Snurrijåkkåtan und wir bekommen zum ersten Mal das Gewicht unserer 50kg schweren Pulkas zu spüren. Da die Abfahrtsspur teilweise etwas steiler ist, kostet es manchmal einiges an Kraft. Der Schnee im Wald ist auch etwas tiefer und ohne Ski durch den Schnee zu stapfen und eine umgekippte Pulka wieder aufzustellen ist eine zusätzliche  Anstrengung. Nach etwas Abmühen und einigen Verschnaufpausen kommen wir jedoch zur Snurrijåkkåtan hinauf. Am Tag zuvor hat das österreichische Pärchen, von dem wir den Tipp bekommen haben, schon den Schnee von der Türe und vom Fenster weggeschaufelt, daher können wir gleich hinein gehen und etwas verschnaufen bevor wir Feuer machen. Das Panorama ist wunderschön und es ist ruhig, hier kommen nicht viele Menschen vorbei.

Die Snurrijåkkåtan ist nach einer traditionellen Samibauweise gebaut. Sie bietet Platz für 2 bis maximal 4 Personen am Boden mit Isomatten, sie hat einen kleinen Ofen und einen Tisch. Holz war vorhanden, allerdings war es nicht ganz trocken. Teilweise hat es auch etwas von der Decke getropft. Im Winter wird sie kaum besucht, im Sommer schon öfters. Sie liegt auf ca. 590m  68°28’8.98″N   18°49’32.59″E

Snurrijåkkåtan

Snurrijåkkåtan

Snurrijåkkåtan

Snurrijåkkåtan

Aussicht Snurrijåkkåtan

Aussicht Snurrijåkkåtan

Tag 2: Snurrijåkkåtan-Altevasshytta (Alternative zu Lappjordhytta-Altevasshytta)

Autor: Thomas

Nachdem wir genügend Schnee geschmolzen, gefrühstückt und unsere Pulkas wieder bepackt haben, starten wir in einen neuen Tag. Die Pulkaspur vom Österreichischen Pärchen ist noch gut sichtbar und wir folgen ihr. Nur wenn es uns zu steil wird, wählen wir heute flachere Alternativen abseits der Spur. Nachdem wir die letzten zwei Nächte nicht so gut geschlafen und noch nicht ganz in unseren Rhythmus gefunden haben, ist die Steigung anstrengend. Auch die mit Essen vollgefüllten Pulkas machen sich am Anfang der Tour noch deutlich mehr bemerkbar als am Ende. Nachdem der gröbste Teil des Aufstiegs geschafft ist, machen wir bei der Hütte an der Schwedisch Norwegischen Grenze eine längere Pause und genießen die Sonne und den Anblick der Berge. Nun heißt es langsam Abschiednehmen vom Torneträsk und die letzten Höhenmeter zu schaffen. Beim Anblick vom Samilager ist der schwierigste Teil des Tages geschafft. Dann genießen wir die Abfahrt entlang der präparierten Langlaufspur, die uns zügig vorankommen lässt und teilweise richtiges Abfahren erlaubt. Unten angekommen, ermüdet vom Tag zeigen uns die letzten kurzen Steigungen zum Staudamm hinauf ohne Felle noch einmal, dass wir einiges an Gewicht mit uns mitschleppen. Für die Steigung zur Altevasshütte hinauf ziehen wir die Ski aus und gehen die Straße hinauf. Wir staunen über die unzähligen Schneescooter die hier parken und nach dem Wochenende (es ist Sonntag) wieder in die Anhänger geladen werden.

Die Altevasshytta ist für uns nun nach einer kalten Nacht im Zelt, einer schönen aber auch nicht so warmen Nacht in der Snurrijåkkåtan und einer langen Tagesetappe Luxus pur. Wir staunen beim Anblick der geräumigen Hütte mit Gasherd, großem Holzofen gemütlichen Betten. Die Altevasshütte ist wohl die größte norwegische Hütte auf unserer Tour. Wir verbringen die Nacht dort alleine.

Blick zurück zum Torneträsk

Blick zurück zum Torneträsk

Vor dem Samilager

Vor dem Samilager

Abfahrt vom Samilager

Abfahrt vom Samilager

Altevasshytta

Altevasshytta

Tag 3: Altevasshytta-Gaskashytta

Autor: Thomas

Da wir uns von den letzten zwei anstrengenden ersten Tagen erholen wollen und die heutige Etappe nicht zu lang ist, schlafen wir aus und frühstücken gemütlich. Bei etwas mehr Bewölkung starten wir. Da wir noch ein Puder oder eine Wundsalbe kaufen wollten fragen wir nach einem Geschäft in Innset, es schein aber nichts dergleichen zu geben. Trotz bewölktem Himmel genießen wir den flachen See, ziehen vorbei an ein paar Eisfischern und lassen uns vom Rückenwind vorantreiben. Das Stück durch den Wald mit etwas tieferem Schnee ist nach den letzten Tagen auch keine große Herausforderung mehr. Nichts desto trotz freuen wir uns, als wir bei der Gaskasshytta ankommen und uns in der neueren der beiden Hütten einquartieren. Später kommt noch eine 13 köpfige Finnische Gruppe, die sich auf die zwei Hütten verteilt. Noch  etwas später kommt eine Schulklasse mit Zelten die ihr Lager in der Nähe der Hütte aufschlägt.

Die Gaskassshytta liegt ein paar Meter höher als der See und man hat einen schönen Ausblick. Wasser kann man vom Fluss holen. Sie ist wie alle norwegischen Hütten gemütlich eingerichtet.

Vom See in den Wald

Vom See in den Wald

Gaskashytta

Gaskashytta

Tag 4: Gaskashytta-Vuomahytta

Mit mehr Energie durch die bequemeren Schlafmöglichkeiten und die kurze Tour am Vortag fällt uns der Anstieg am frühen Morgen deutlich leichter als an den ersten zwei Tagen. Wir kommen gut voran und genießen die gut ausgefahrene Spur der 13 Finnen, die am Vortag von der anderen Richtung gekommen sind. Das eingeschnittene Bachbett verschönert den Weg und das Panorama des Tales lässt uns einen weiteren schönen Tag genießen. Die Sonne hat schon Kraft und uns wird teilweise richtig heiß, nachdem sich die morgendliche Bewölkung gelichtet hat. Kurz nach dem flachen Pass machen wir Mittagspause und dann geht es flott bergab immer dem Berg am Horizont entgegen. Vom Hang links beäugen uns einige Rentiere und kurz vorm Ende sehen wir dann die zwei Voumahütten. Da in der neuen Hütte schon Finnen einquartiert sind, schauen wir uns zuerst die alte Hütte an. Dort ist das Türschloss kaputt, es stinkt nach Fisch und der Holzofen lässt sich nur mit Gewalt öffnen, da jemand Plastik verbrannt hat und dabei die Türe verklebt hat. Daher beschließen wir uns zu den Finnen in die neue Hütte zu gesellen. Dort übernachtet dann auch noch ein junger norwegischer Eisfischer, der uns sagt, dass er eine Vermutung hat, wer die Hütte in so schlechtem Zustand hinterlassen hat. Von ihm und den Finnen bekommen wir auch Tipps für die Route vom nächsten Tag.

Die Voumahytta liegt etwas oberhalb eines Sees von dem man auch Wasser holen kann wenn Eisfischer ein Loch in den See gebohrt haben. Das Seewasser schmeckt natürlich nicht so gut wie Bachwasser, aber es ist auch trinkbar.

Morgentlicher Nebel

Morgentlicher Nebel

Vuomahytta

Vuomahytta

Tag 5: Vuomahytta-Dividalshytta

Autor: Thomas

Bei -10°C starten wir von der Vuoma Hütte, das Wetter ist herrlich und wir können unser Wetterglück kaum fassen. Über die Ebene vorbei an einigen Rentieren und dann bergab durch den Wald, wo wir uns zwischen den Bäumen durchschlängeln, geht es ins Anjavasstal. Dort erwartet uns eingebettet zwischen den Bergen ein Fluss der sich das Tal hinunterschlängelt. Wir kommen auf einer Scooterspur, die auf dem Fluss verläuft, schnell voran und genießen das schöne Wetter in vollen Zügen. Einigen Löchern, durch die man das Wasser des Flusses fließen sieht, weichen wir aus. Am Ende des Anjavasstales müssen wir bei einem steilen Abstieg noch die Skier abschnallen und darum kämpfen, dass wir die Pulkas steuern und nicht die Pulkas uns in den Wald schieben. Teils rutschen wir mehr  sitzend hinunter als dass wir gehen. Unten angekommen trinken wir noch einmal ordentlich Tee, essen unsere übliche Studentenfutter Ration für Zwischendurchpausen und legen die Felle an die Ski. So – meinen wir – sind wir gut gerüstet für den Aufstieg zur Dividalshütte. Die von uns gewählte Spur endet jedoch bald mitten im Wald und der weitere Aufstieg erweist sich als Kampf mit dem tiefen Schnee und den Bäumen, die überall im Weg herumstehen und das Wenden mit den Pulkas erschweren. Wir sind froh, dass wir ab und zu einen Blick auf den Höhenmesser des GPS Geräts werfen können und sehen, dass wir doch weiter kommen. Immer wieder machen wir kurze Verschnaufpausen. Als wir nach einigem Kämpfen die Höhe erreichen, auf der wir die Scooterspur erwarten und auch die auf der Karte verzeichnete steile Wand zwischen den Bäumen vor uns sehen, kommt Zweifel auf, ob die Scooterspur existiert. Nach einem erneuten kurzen Blick aufs GPS und die Karte entdecken wir sie jedoch nicht weit vor uns zwischen den Bäumen und wir atmen erleichtert durch. Dann geht es flott der Spur entlang bis zur Hütte, wo wir uns dann auf den Pausentag freuen und den Abend genießen.

Anjavasstal

Anjavasstal

Blick vom Anjavasstal ins Divital

Blick vom Anjavasstal ins Divital

Dividalhytta

Dividalhytta

Tag 6  (2013-04-11): PAUSEN TAG Dividalshütte

Autor: Bernhard

Heute beginnen wir den Tag ganz entspannt. Erholen uns und betreiben Körperpflege und genießen das wunderschöne Wetter. Wir gehen auch unsere Essensvorräte durch und stellen fest, das wir zu viel Essen haben. Wir beschließen 2 kg Nudeln, 2 kg Kuskus, 1 kg Brotbackmischung und drei Thunfischdosen in der Hütte zurückzulassen.  Wir freuen uns darüber dass unsere Pulkas mit der Zeit richtig „leicht“ werden.  Am Nachmittag spaziert dann eine Gruppe Rentiere direkt vorm Fenster vorbei und ich schnappe mir sofort die Kamera und mach ein paar Fotos. Am Abend kommen dann noch zwei Norweger bei der Hütte an und wir unterhalten uns noch nett mit ihnen und bereiten wie gewohnt alles für den Morgen vor.

Tag 7 (2013-04-12): Dividalshytta-Daertahytta

Autor: Thomas

Gut ausgeruht machen wir uns heute um 7.20 Uhr auf den Weg und starten in die Etappe, die uns aufgrund ihrer Länge zu Beginn unserer Tour etwas Sorge bereitet hat. Mittlerweile sind wir aber guter Dinge und das perfekte Wetter lässt die letzten Zweifel verfliegen, dass wir heute gut und nicht zu spät bis zur Daertahütte kommen. Wir beginnen mit einem kleinen Umweg, um der starken Steigung oberhalb der Hütte zu entkommen, und genießen die leichteren Pulkas. Als wir höher hinaufkommen, gehen wir nahe an ein paar Rentieren vorbei. Uns zieht jedoch  mehr das beeindruckende Panorama in seinen Bann. Die breiten Täler und die großen Flächen zwischen den Bergen sind kaum zu erfassen und noch viel schwieriger in Fotos festzuhalten.

Weiter geht es vorbei an der kleinen Jerta und dann um die Jerta herum. Hoch motiviert wie wir heute sind gehen wir stetig bergauf, um nur ja keinen Meter zu viel Umweg zu machen. Dann werden die ersten Gipfel sichtbar, die unser nächstes Tal begrenzen. Zuerst der Bumannsberget, der wie ein Raumschiff aus einer anderen Welt das Tal zweiteilt, und dann die Stuora Nanná, an der wir rechts vorbeigehen werden. Nachdem wir uns kurz orientiert haben, geht es den Berg hinunter.

Aufgrund der Freude, die erste und größte Steigung der Etappe hinter uns zu lassen, fahren wir statt wie geplant nach rechts nach links in den Hang ein, der dann immer steiler wird. Als der Hang dann zu steil wird, kippt Bernis Pulka um und wir beschließen umzudrehen. Wir stellen Bernis Pulka auf und schieben sie um die Kurve. Mit etwas zu viel Zuversicht mache ich meine Wendung ohne die Pulka abzuschnallen. Die Pulka macht mir das nach und folgt jedoch in größerem Radius und, wie ich die Kurve schon fast fertig gefahren bin, merke ich wie ihre Geschwindigkeit zunimmt. Ich kann mich nur noch Richtung Hang beugen, als sie hinter mir Vorbei talwärts saust und nach Ruck und Knack umgedreht unter mir liegen bleibt. Bei diesem Manöver ist ein Teil des Gestänges gebrochen. Nach einer ersten etwas hektischen Suche nach der Rebschnur beschließen wir die Pulkas aus dem steilen Stück des Hanges zu schieben und dann darauf sitzend abzufahren. Im flacheren Gelände machen wir dann unsere Mittagsrast und, nachdem der erste Schreck verflogen ist, repariert Berni das Gestänge und klebt es mit Textilklebeband zusammen. Diese Reparatur hält dann auch bis zum Ende. Still und zügig marschieren wir dann weiter und erst nach einer Weile können wir das wohl beeindruckendste Panorama auf unserer Tour bestaunen. Am Horizont erhebt sich eine steile Bergwand. Es wirkt als wäre sie zum Greifen nahe, in Wahrheit sind es jedoch 20 km bis dorthin. Rechts von uns liegt das Raumschiff und vor uns zeigt uns ein kleinerer Felsen seine 200 m Wand. Dazwischen verläuft sich das flache, breite Weiß des Talbodens bis zum Horizont.

Von links: Jerta, Stuora Nanná, Bumannsberget.

Von links: Jerta, Stuora Nanná, Bumannsberget.

Nach einigem Fotografieren geht es weiter. Wir legen noch einmal die Felle für die letzte Steigung an und oben angekommen werfen wir einen letzten Blick zurück zur Jerta. Vor uns sehen wir schon die Daerta Hütte auf uns warten. Die 6,5 km bis zur Hütte unterschätzen wir bei weitem. Da wir schon etwas müde sind und es leicht auf und ab geht, zieht sich dieses letzte Stück etwas in die Länge. Wir sind froh als die Hütten näher kommen und wir schließlich unsere Pulkas, die uns nun insgesamt schon 110 km gefolgt sind, abhängen können.

In der Hütte hat sich schon eine Gruppe von 4 Norwegerinnen einquartiert. Diese sind gut gelaunt und schon fest am Kochen als wir unsere Sachen einräumen. Sie reden mit uns über das Fjellwandern und geben uns einige Tipps für alternative Routen. Als Höhepunkt laden sie uns noch ein mit ihnen zu essen, das genießen wir doppelt nach diesem anstrengenden von beeindruckenden Panoramen und einer Panne geprägten Tag.

Die Daertahytta liegt in einem breiten Tal. Ein Wasserloch gab es 15min von der Hütte entfernt am Weg in Richtung der Stor Rostahytta.  Die alte Daertahytta ist abgebrannt. Als wir dort waren, war jedoch der große Neubau schon sehr weit fortgeschritten und sie soll im Juni eröffnet werden.

Deartahytta

Deartahytta

Blick von Jerta

Blick von Jerta

Tag 8  (2013-04-13) Daertahytta-Stor Rosta:

An diesem Tag wartet eine sehr kurze Etappe auf uns und wir verabschieden uns um 9 Uhr von den Norwegerinnen. Allzu spät wollen wir nicht zur Stor Rosta Hütte kommen, da dort nur 4 Betten bereit stehen. Heute ist es recht bewölkt und man sieht nicht viel von den Bergen rundum. Wir marschieren dahin und unser Hirn schaltet in den üblichen zeitlosen Modus bei weniger spannenden Strecken. Nur Hunger und Durst lassen uns zwei- oder dreimal stehen bleiben, bis wir um den Berg in ein neues Tal biegen und schon von weitem die kleine aber feine Stor-Rosta erblicken. Schnurgerade steuern wir über den See darauf zu und kommen um 12 Uhr an. Wir genießen den halben Pausentag, sägen Holz kochen zweimal und schießen ein paar Fotos.

Die Stor-Rostahytta ist eine Hütte der Statskog, die öffentliche Ländereien in Norwegen verwaltet und betreut. Sie bietet 4 Betten und einen Gasherd zum Kochen. Das Holz muss selbst gesägt werden und ist nicht ganz trocken, brennt aber ausreichend um die Hütte warm zu heizen. Sie liegt an einem See an dem auch ab und zu Eisfischer sein sollen, die Löcher bohren, wo man dann auch Wasser schöpfen kann.

Stor Rosta

Stor Rosta

Stor Rosta

Stor Rosta

Tag 9  (2013-04-14) Stor Rosta-Pältsa:

Nach einem gemütlichen Frühstück verabschieden wir uns von der kleinen Stor Rosta Hütte, die uns gut vor der nächtlichen Kälte geschützt hat. Von Beginn an blickt uns vom Talende die Felswand des Juoksavátnjunni entgegen, der nur 3 km neben unserem Ziel, aber gut 20km vor uns liegt. Unser Weg führt uns zwischen den vom Wind freigeblasenen steinigen Stellen am flachen Talboden entlang geradewegs auf unser Ziel zu. Nach 6 km kommen wir an ein paar Eisfischern vorbei, die uns freundlich grüßen. Dort überschreiten wir dann auch die Grenze zurück nach Schweden. Trotz einigem Auf und Ab am Talende müssen wir die Felle nie anlegen und am ersten Rücken wird neben dem Juoksavátnjunni auch der markante Gipfel der Pältsa sichtbar. Wir kommen gut voran und schön langsam spüren wir, dass wir dem Ende der Tour näher kommen. Bei der Hütte überrumpelt uns dann  auch schon das “ziviliserte” Leben. Motor Scooter ziehen ihre Kreise um die Hütte und die Hütte selbst ist deutlich größer als die norwegischen Hütten. Etwas überfordert hängen wir vor dem Eingang der Hütte unsere Pulken ab. Das ganze wird durch eine überaus freundliche Hüttenwartin wettgemacht. Sie schenkt uns Tee ein und bringt uns später auch noch Kuchen vorbei. Sie erzählt uns viel über ihren Hund, der auch selbst Eisfischen kann und gibt uns Tipps für den nächsten Tag. Wir genießen den Luxus einer Sauna und waschen uns ordentlich. Uns wird auch gesagt dass der Bus von Kilpisjärvi nach Karsuando erst um 15.15 abfährt, das stellt sich später leider als Falschinformation heraus. Wir gehen jedoch früh ins Bett, damit wir am nächsten Morgen bald losstarten können, um rechtzeitig in Kilpisjärvi zu kommen.

STF Fjällstuga Pältsa

STF Fjällstuga Pältsa

Pältsa

Pältsa

Tag 10  (2013-04-15) Pältsa-Treriksröset-Kilpisjärvi:

Heute starten wir um 6 Uhr. Das frühe Aufstehen fällt nicht so schwer, da es schon sehr früh hell wird. Wir folgen den markanten roten Kreuzen der schwedischen Wegmarkierung  Der Weg ist von Scootern trotz Fahrverbots ausgefahren. Wir legen noch ein letztes Mal die Felle an und ziehen motiviert vom nahen Ziel nach oben. Nachdem wir die höchste Höhe erreicht haben, legen wir die Felle auch gleich wieder ab und bewältigen die zwei weiteren kurzen Anstiege ohne Felle mit kurzem Ablegen der Ski. Der festgefahrene Schnee hält uns beim Stapfen problemlos. Die 500 m Steigung sind mit den 10kg leichteren Pulkas und der inzwischen gewonnenen Routine leicht geschafft. Dann haben wir noch einmal Spaß bei der  350m Abfahrt und werden beim Treriksröset kurz nach 10 Uhr mit lauten Heulen und Bellen von mehreren Hundegespannen empfangen. Beim gelben Betonsockel, der das Dreiländereck Norwegen-Schweden-Finnland markiert, stellt sich dann doch ein Hochgefühl ein. Wir haben es fast geschafft, unsere erste Winterfjelltour! Nach einem letzten Süppchen geht es weiter Richtung Kilpisjärvi. Der feuchte Neuschnee, der den See bedeckt, bleibt an den Ski kleben, aber nichts kann uns jetzt noch aufhalten. Und als uns dann noch ein Präpariergerät entgegenkommt, das eine Loipe von Kilpisjärvi über den See zieht, geht es flott voran. Um 13.30 Uhr kommen wir dort an. Den Bus verpassen wir leider um 15 Minuten. So genießen wir ein ausgiebiges Essen und können es kaum fassen so viele Leute zu sehen. Luxus wie Strom, Heizung, fließendes Wasser, der sonst so selbstverständlich ist, wird uns plötzlich richtig bewusst. 10 Tage in dieser weitläufigen Wildnis zu verbringen war ein ganz besonderes Erlebnis für uns. Es ist kaum mit Berggehen in den Alpen vergleichbar, da man dort nie über so große Entfernungen komplett unberührte Landschaften sehen und begehen kann. Selbst der Himmel ist frei und man sieht keine Kondensstreifen von Flugzeugen.

Schwedische Wegmakierungen

Schwedische Wegmakierungen

Treriksröset

Treriksröset

Piste bis Kilpisjärvi

Piste bis Kilpisjärvi

Kilpisjärvi

Kilpisjärvi

Rückreise  (2013-04-16/17) Kilpisjärvi-Karsuando-Kiruna-Umeå

Nachdem wir unsere Ankunft verdaut haben, versuchen wir noch ein Auto zu stoppen, das uns nach Karsuando mitnimmt, aber es kommt nur alle 15 Minuten ein Auto vorbei und wir haben kein Glück.

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